Sprachreisen – sinnvoll oder Geldverschwendung?

Sind Sprachreisen wirklich eine tolle Sache? Sind sie effizient? Ihr Geld wert?

Eine Google-Suche nach language und holidays ergab 661 Millionen Treffer, also scheinen Sprachreisen ja für viele Menschen ein wichtiges Thema zu sein.

Kürzlich hat mich jemand nach Sprachreisen gefragt und ob ich eine Sprachreise empfehlen würde. Ich sagte, ja, natürlich. Alles, was man unternimmt um der Sprache ausgesetzt zu sein, ist gut. Dabei ist es relativ unwichtig, was man macht: eine Sprachlernsoftware zu benutzen, einen Kurs zu besuchen, mit einem Vokabeltrainer zu arbeiten, fremdsprachige Filme anzuschauen, oder eine oder mehrere Sprachreisen anzutreten.

Es geht fast nie um die Frage WAS man tut, es geht allerdings immer um die Frage WIE man es tut.

Was hat man von einer Sprachreise?

Viel und zu viel. Vergleichen wir es doch wieder einmal mit dem Sport. Würde es Sinn machen zum Beispiel für eine Woche in ein Sportcamp zu gehen. Dort würde man sich um mich kümmern, es gäbe nur gesunde und ausgewogene Nahrung, ich würde viel über meinen Körper und auch neue Techniken zum Fettabbau und Muskelaufbau lernen. Einfach klasse, oder nicht?

Schön und gut. Ja, mach die Sprachreise und achte auf die Vor- und Nachteile (siehe folgende Punkte). Und was passiert nach der einen oder zwei Wochen Sprachkurs? Kannst du die Sprache dann? Wie viele Sprachkurse brauchst du?

Okay, wir sehen schon, wo das hinführt. Sprachenlernen ist nicht etwas, das ich in kurzer Zeit erlerne und dann für immer behalte. Es ist auch nicht nach dem Kurs fertig. Als Energieschub ist eine Sprachreise klasse, langfristig sollte man entweder viele Sprachreisen machen oder diese mit anderen Tools kombinieren.

Was sind die Vorteile einer Sprachreise?

Ganz klar, wie oben beschrieben: Ich lerne sehr viel und in kurzer Zeit. Hocheffizient. Keine Ablenkung von dem täglichen Leben zu Hause. Nur, bitte aufpassen und gleich mal auf die Nachteile schauen.

Welche Nachteile haben Sprachreisen?

Leider viel zu viele.

Also, da sind zunächst einmal die Kosten. Wenn man sich das mal richtig überlegt, dann ist der Sprachkurs im Ausland ja auch nichts anderes als ein Sprachkurs vor Ort, nur dass man außerhalb der Kurszeiten die Sprache auch noch in anderen Situationen anwenden kann.

Die Zeit ist ein zweiter großer Faktor. Nicht jeder kann sich eine oder auch zwei Wochen Zeit nehmen. Entweder muss man diese Zeit vom vielleicht schon geplanten Urlaub abziehen oder es ist Arbeitszeit und dann ist – vor allem für die Freiberufler – Zeit gleich Geld.

Worauf darf ich bei Sprachreisen achten?

Die Antwort ist simpel: auf mich selbst. Es ist nur logisch, dass ich in der Sprachschule sehr viele Ausländer kennenlernen werde. Viele davon sprechen vermutlich auch noch meine Muttersprache. Und wenn es nicht ums Englischlernen geht, dann sprechen alle in den Pausen und sonst außerhalb der Sprachschule Englisch miteinander. Das ist klasse, nur hilft es dem Sprachniveau nicht besonders.

Ich würde bei einer Sprachreise immer darauf achten, dass ich mich von meinen eigenen Landsleuten fernhalte. Je mehr ich mich der Sprache aussetze desto besser. Vorher sollte man sich schon einmal Gedanken darüber machen, was man außerhalb der Kurszeiten machen will. Dass die Sprachkurse gut organisiert sind, steht außer Frage. Und was passiert davor und danach? Wenn ich die Zeiten außerhalb der Sprachschule nicht effizient für den Spracherwerb nutze oder nutzen kann, dann kann ich auch einen Sprachkurs zu Hause buchen und mir viel Zeit und Geld sparen.

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Carsten ist Dipl. Übersetzer, MBA, NLP-Master, Hypno-Coach und Google Certified Educator. Außerdem ist er überzeugter Polygott und arbeitet seit 2010 als Language Coach, Sprachtrainer und Blended Learning Consultant bei der Language Mining Company.

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