Spanisch – Warum ist die Sprache so einfach?

Ist Spanisch denn wirklich so einfach?

Es muss doch auch im Spanischen Schwierigkeiten geben, oder nicht? Ja, wer Schwierigkeiten sucht, der wird auch welche finden. Spanisch ist tatsächlich eine sehr einfache Sprache. In unserem Beitrag Die 10 wichtigsten Punkte, die eine Sprache leicht lernbar machen hatten wir schon einmal die Grundvoraussetzungen festgelegt. Jetzt geht es um Spanisch. Sonst nichts.

Wie wichtig ist die Antwort auf diese Frage?

Unwichtig. Es gibt viele Menschen, die diese Fragen stellen, deshalb möchten wir auch darauf eingehen. Ich finde auch die Antworten klasse, die Menschen geben, die bereits Spanisch gelernt haben. Hier zum Beispiel auf GuteFrage.net. Tatsächlich ist die Antwort aber unwichtig. Suche ich mir eine leichte Sprache aus eine Anzahl an möglichen, für interessanten Sprachen aus? Nein. Ich habe ein bestimmtes Ziel, sonst würde ich die Sprache doch gar nicht erst lernen wollen. Will ich zum Beispiel in Spanien leben und in Spanien Geschäfte machen, dann sollte ich Spanisch bzw. eine der vier spanischen Sprachen Castellano, Catalan, Euskera oder Gallego lernen.

Und ja, Malaiisch ist leichter. Und was habe ich davon? Genau, recht wenig, denn ich will ja nach Spanien und nicht nach Malaysia.

Und? Was ist an Spanisch denn schwer?

Es würde mal sagen, dass es genau drei Dinge gibt, auf die ich besonders achten würde. Diese drei Dinge gibt es nämlich im Deutschen nicht, und wenn ich keine andere Fremdsprache spreche, die diesbezüglich ähnliche Aspekte ausweist, dann darf ich etwas mehr üben.

Keine Sorge, alles ist lernbar.

  1. Die Verben ser und estar, die beide sein bedeuten.
  2. Der Unterschied zwischen Indefinido und Imperfekto – zwei Vergangenheitsformen, die am Anfang schwer zu unterscheiden sind.
  3. Der Subjuntivo – so eine Art Konjunktiv der besonderen Art.

Mit den richtigen und passenden Lernmethoden gehen diese Dinge ganz leicht und schnell dahin, wo sie hingehören, nämlich ins Unterbewusstsein.

Ser und estar

Das ist der Klassiker unter den Verwechslungsfehlern. Beide Wörter werden ins Deutsche mit „sein“ übersetzt. Und das Wort „sein“ ist laut der Rangliste der deutschen Wörter von der Universität Leipzig bereits auf Platz 14.  Rein statistisch betrachtet müsste man sich bei jedem Auftauchen dieses häufigen Wortes überlegen, ob es die eine oder die andere Übersetzung ist. Nicht gerade einfach, oder?

Andererseits darf man sich natürlich auch fragen, ob es sich denn hierbei um eine Übersetzung handelt. Nein, natürlich nicht. Warum sollte man übersetzen? Es geht ja nur darum, einmal die Bedeutung zu verstehen, danach ist es eine Bedeutungsfrage und kein Übersetzungsproblem mehr.

Indefinido und Imperfecto

Im Grunde genommen ist es dieselbe Herausforderung wie mit „ser“ und „estar“. Es handelt sich hierbei um zwei Vergangenheitsformen, für die wir in geschriebenen Deutsch – ja, wir reden anders als wir schreiben – wohl immer das Präteritum verwenden würden. Nehmen wir zum Beispiel einen Satz wie: „Während ich im Garten stand, fuhr ein Auto vorbei.“ Nun ja, „stand“ und „fuhr“ sind im Deutschen ein und dieselbe Form, im Spanischen sind es zwei verschiedene Formen.

Bei „ser“ und „estar“ ging es mehr um eine Bedeutungsfrage. Die Unterscheidung zwischen Indefinido und Imperfecto erfolgt auf Gefühlsebene. Wir haben diese Problematik schon einmal im Bezug auf die ing-Form im Englischen aufgegriffen. Hier der Link zu dem Artikel über die ing-Form. Es ist im Prinzip dasselbe: Durch gezielte Übungen baut man die entsprechenden Gefühle auf, die hinter den Zeitformen. Beim fließenden Sprechen ruft man einfach das Gefühl auf und schon hat man die richtige Form.

Der Subjuntivo

Der Subjuntivo ist so etwas ähnliches wie der Konjunktiv im Deutschen, wird allerdings anders verwendet. Nehmen wir zum Beispiel den deutschen Satz: „Er sagt, sie sei im Supermarkt.“ Warum muss es „sei“ heißen und nicht „ist“? Genau, weil es eine Regel gibt und diese Regel heißt Konjunktive.

Derartige Regeln gibt es auch für den Subjuntivo. So müsste man ja einfach nur die Regeln lernen und schon funktioniert’s, oder? Hmm, also, so hat es bisher immer bei denen funktioniert, die eine Fremdsprache über Regeln, d. h. über Grammatik gelernt haben. Wendet man eine Regel oft an, dann baut sich im Unterbewusstsein ein Gefühl auf. Später weiß man intuitiv, was richtig ist. Intuitiv bedeutet hier, dass mir mein Gefühl sagt, welche Form ich nehmen soll.

Fazit

Ja, Spanisch ist wirklich so einfach. Es geht nicht darum, ob man es lernt oder dass man es lernt, sondern WIE man es lernt.

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Dipl. Übersetzer, MBA, Language-Coach, NLP-Master, Hypno-Coach Carsten hat als Übersetzungsmanager in über 25 Sprachen gearbeitet, von denen er mehrere fließend spricht. Seit 2010 ist er selbstständig als Language Coach tätig. Die aus der intensiven Ausbildung in neuro-linguistischem Programmieren (NLP) und Hypnose erworbenen Erkenntnisse machen Carstens Sprach-Coaching so effizient und erfolgreich.

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