Schulenglisch – Was kann man damit anfangen?

Gibt es eigentlich so etwas wie Schulenglisch und wenn ja, was kann man damit machen?

Weder eine Google-Suche noch eine Wörterbuchsuche nach diesem Englisch aus der Schule bringt brauchbare Ergebnisse. Da kommt doch die Frage auf, ob es so etwas wie Schulenglisch überhaupt gibt.

Erst auf der zweiten Seite einer Google-Suche findet man einen brauchbaren Link, der allerdings schon mehr als 5 Jahre alt ist. In dem Fokus-Artikel „Wie gut ist Ihr Schulenglisch?“ geht es darum, wie gut Schüler der 9. Klasse in den verschiedenen Bundesländern Englisch können. Da sich am Schulsystem seither nicht viel verändert hat, gehe ich davon aus, dass der Artikel noch immer aktuell ist.

Immer wieder hören Sätze wie „Ich kann halt nur Schulenglisch“ oder „Ich muss mein Schulenglisch mal wieder auffrischen“. Ja, und zum Thema „Schnell mal auffrischen“ hatten wir vor einiger Zeit bereits einmal eine Episode gemacht. Und genauso wie der Fokus-Artikel ist die immer noch aktuell.

So ist Schulenglisch also eine komische Sache: Jeder redet davon und im Internet findet man kaum etwas darüber.

Das Englisch, was man früher mal konnte und jetzt vergessen hat

Die meisten Menschen reden von dem Englisch, das sie in der Schule gelernt haben und das sie meist seither nicht gebraucht haben. Diejenigen, die in der Schule etwas mehr gemacht haben, hatten dann auch oft die Gelegenheit ihr Englisch im Beruf oder anderswo einzusetzen. Schulenglisch ist also nicht gleich Schulenglisch.

Es gibt also zwei Parameter, oder zwei Dinge, die beim Thema Englisch aus der Schule wichtig sind. Einerseits geht es um das Sprachniveau, das man beim Schulabschluss hatte. Und andererseits sind es die Möglichkeiten, die jemand nach der Schule hatte und auch wahrgenommen hat.

Letzteres kann man wirklich vernachlässigen. Diejenigen, die ihr damaliges Schulenglisch als Sprungbrett genutzt haben und es dann über Hobby, Beruf oder Auslandsaufenthalt auf ein hohes Niveau gebracht haben, reden heute nicht mehr über Schulenglisch. Sie haben das Thema lang hinter sich gelassen.

Von Schulenglisch sprechen also die, die es gern auf ein höheres Sprachniveau gebracht hätten, jedoch nicht geschafft haben.

Und was kann man aus Schulenglisch machen?

Möglichkeiten schaffen oder aufhören, davon zu reden. Ganz nach dem Motto: Red nicht, tu was! Wie immer vergleiche ich Sprachkenntnisse oder Sprachen lernen gern mit dem richtigen Leben. Das wäre zum Beispiel das Thema Abnehmen. Wie viele Menschen reden davon abzunehmen? Richtig. Und wie viele tun es? Und genauso sieht es beim Englisch lernen aus. Das Motto „Red nicht, tu was!“ gilt hier genauso.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Englischkenntnisse aus der Schule genauso viele negative wie positive Aspekte haben. So kann natürlich jeder mit englischen Vorkenntnissen aus der Schule gleich auf einem höheren Niveau starten. Das geht meist schneller als eine Sprache von Anfang an zu lernen.

Auf der anderen Seite hat jemand mit Englisch aus der Schule nicht nur die Sprache, sondern auch die Lernmethode verinnerlicht, mit der er dieses Schulenglisch gelernt hat. Oft waren das in der Schule veraltete Lernmethoden über Frontalunterricht bis hin zu Vokabellisten. Es wurde eingetrichtert. Es wurde uns gesagt, was wir lernen sollten. Niemand zeigte uns jedoch wie wir es lernen sollten.

Fazit

Dass jemand Englisch in der Schule gelernt hat und immer noch über gewisse Kenntnisse verfügt, ist eine super Sache. Es ist ein Sprungbrett, das jeder nutzen sollte, der es nutzen möchte. Darüber zu lamentieren, wie schlecht man doch Englisch kann, bringt nichts. „Red nicht, tu was!“ ist das Motto. Jeder kann es schaffen. Wie im richtigen Leben kann man auch mit etwas Übergewicht und ohne Sport alt werden. Also vielleicht ist ja auch ein Leben ohne Englisch lebenswert. Bis jetzt hat es ja auch irgendwie funktioniert.

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Dipl. Übersetzer, MBA, Language-Coach, NLP-Master, Hypno-Coach Carsten hat als Übersetzungsmanager in über 25 Sprachen gearbeitet, von denen er mehrere fließend spricht. Seit 2010 ist er selbstständig als Language Coach tätig. Die aus der intensiven Ausbildung in neuro-linguistischem Programmieren (NLP) und Hypnose erworbenen Erkenntnisse machen Carstens Sprach-Coaching so effizient und erfolgreich.

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