Musik und Sprache – Wie passt das zusammen?

Und wieder einmal – oder immer noch – auf der Suche nach den perfekten Methoden zum Sprachen lernen, bin ich auf das Thema Musik und Sprache gestoßen. In dem Artikel How Music Helps Language Acquisition auf edweek.org geht es eben genau darum:

Wie passen Musik und Sprache zusammen?

Wie immer sind sich die Experten nicht einig und gleichzeitig gibt es immer mehr Studien, die das eine oder das andere belegen. In einer Studie geht es zum Beispiel darum, ob man zuerst Musik oder Sprache lernen sollte. Und den meisten Sprachlernern geht es bestimmt nicht darum, eine Antwort auf diese Frage zu finden, denn sie möchten einfach nur anfangen. Auch möchte niemand lange Studien lesen. Sicher sind diese ganz interessant und ich gebe zu, dass ich selbst ganz gerne diese akademischen Blätter lese um etwas Neues dabei zu lernen. Hier daher ein Link zum Artikel Music and early language acquisition für alle Interessierten.

Aber bleiben wir einmal auf dem Boden der Tatsachen. Wir wollen herausfinden, was es mit der Musik auf sich hat. Und dazu gibt es verschiedene Herangehensweisen.

Was ist der Unterschied zwischen Musik und Sprache?

Eigentlich gibt es keinen großen Unterschied. Und damit wir hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, machen wir es etwas spezifischer. Bei Musik gehen wir von gesungenen Liedern und bei Sprache von gesprochener Sprache aus. Außerdem konzentrieren wir uns auf den auditiven Aspekt von Musik und Sprache. Das bedeutet, dass wir weder auf die Bewegung beim Tanzen noch auf das Gestikulieren beim Sprechen eingehen.

Jede Sprache hat einen Rhythmus. Und dieser Rhythmus hat bestimmt auch einen Grund, auf den wir jetzt nicht näher eingehen wollen. Und genauso hat Musik Rhythmus. Und auch bei jedem Lied ist der Rhythmus anders. Warum das so ist, solltest erstmal nicht so wichtig sein. Beide folgen also einer Regel, und diese Regel heißt Rhythmus. Auch gibt es bei beiden verschiedene Tonhöhen. Bei der Sprache hängt diese allerdings eher von der Bedeutung als vom Klangmuster ab. So hebe ich zum Beispiel die Stimme beim letzten Wort eines Satzes, wenn es sich um eine Frage handelt. Bei der Musik folge ich einer Melodie. Ein Lied ist also gesungene Sprache, und daher macht es sogar sehr viel Sinn diese beiden Dinge in Einklang zu bringen.

Ich habe einmal einen Buddhisten beim Chanten beobachtet. Er rezitierte dabei ein sehr langes Mantra, und er kannte jedes einzelne Wort auswendig. Ich fragte ihn, wie er es denn gelernt hätte. Und er sagte mir, dass das Mantra wie ein Liedtext sei, das einem einfachen Rhythmus folge. Würde er zum Beispiel sehr langsam oder sehr schnell chanten, wäre es für ihn schwieriger sich an die richtigen Wörter zu erinnern.

Zunächst macht es also Sinn zu erkennen, dass Rhythmus (oder Musik) in der Sprache ist. So kann ich also von Anfang an auf den Rhythmus der Sprache achten. In einem typischen deutschen Satz gibt es zum Beispiel zwei Stellen, an denen betont wird. An der einen etwas mehr an der anderen etwas weniger.  Nimmt man so einen typischen deutschen Satz und lässt ihn von einem Schweizer aussprechen, dann wird man feststellen, dass es plötzlich viel mehr Betonungsstellen im Satz gibt. Ebenso ist es in anderen Sprachen. So hat das Englische einen anderen Rhythmus als das Spanische oder das Deutsche.

Wie kann man mit Musik Sprache lernen?

Bevor ich mich hier wiederhole, verweise ich erst einmal auf einen Beitrag mit dem Titel Eine Sprache mit Musik lernen, den wir schon vor einiger Zeit veröffentlicht haben. Es geht hierbei um die Texte, die in gesungenen Liedern enthalten sind. Dadurch dass die Texte über den Rhythmus und damit durch das Gefühl ins Langzeitgedächtnis übergehen, macht es Sinn Musik zum Sprachenlernen zu nutzen. Andererseits wird die sprachliche Qualität natürlich durch die Qualität der Liedtexte bestimmt. Oder anders gefragt: Möchtest du irgendwann so sprechen wie ein Rapper singt?

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Carsten ist Dipl. Übersetzer, MBA, NLP-Master, Hypno-Coach und Google Certified Educator. Außerdem ist er überzeugter Polygott und arbeitet seit 2010 als Language Coach, Sprachtrainer und Blended Learning Consultant bei der Language Mining Company.

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