Glaskugel – Ist Erfolg in der Fremdsprache planbar?

Mit gesundem Menschenverstand braucht man keine Glaskugel

Hier war dieser Unternehmer aus einem mittelständischen Produktionsbetrieb, der mich fragte, ob ich in eine Glaskugel schauen könnte. Nein, ganz und gar nicht. Ich hatte nur eins und eins zusammengezählt und meine Schlüsse gezogen.

Jetzt aber erst einmal die ganze Geschichte. Der Unternehmer wollte gern einen Teil und vermutlich sogar einen großen Teil seines Geschäfts delegieren. Dazu brauchte er sich nur jemanden mit den entsprechenden Qualifikationen einzustellen oder aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. In einem oder maximal zwei Jahren wäre dieser Mitarbeiter dann soweit eingearbeitet, dass er oder sie die entsprechende Verantwortung übernehmen könnte.

Bereits jetzt hatte dieser Unternehmer die Möglichkeit bekommen sich stärker und mit viel mehr Zeitaufwand in einem internationalen Berufsverband zu engagieren. Er ist sozusagen darum gebeten worden. Und das, obwohl seine Englischkenntnisse nicht die allerbesten sind.

Der Plan, der eigentlich keiner ist, war in etwa wie folgt: Ich lerne nach und nach etwas Englisch und irgendwann kann ich es dann so gut, dass ich mich international in dem Berufsverband einbringen kann. Im Moment brauche ich noch keinen Mitarbeiter oder Nachfolger zu suchen, weil ich ja noch nicht viel Zeit in den Berufsverband stecke.

Okay, also diese Rechnung geht nicht auf. Und dazu braucht man keine Glaskugel. Warum?

  • „nach und nach etwas Englisch zu lernen“ – klingt nicht erfolgsversprechend.
  • „noch keinen Mitarbeiter oder Nachfolger zu suchen“ – bedeutet keine Zeit zum Englisch lernen zu haben

Mit anderen Worten: Wenn alles so bleibt wie es ist, dann wird sich auch nichts verändern. Und eine Fremdsprache zu erlernen bedeutet Veränderung.

Ist Erfolg in der Fremdsprache planbar?

Ja, natürlich. Zunächst würde ich einmal die Voraussetzungen schaffen, damit der Erfolg überhaupt eintreten kann. In dem oberen Beispiel würde das bedeuten, dass sich der Unternehmer zunächst einmal einen Plan macht.

  1. Nachfolger suchen bzw. aussuchen. Vielleicht gibt es ja bereits einen sehr engagierten Mitarbeiter, der die neue Herausforderung gern annimmt.
  2. Die neue Aufgabe beim oben erwähnten Berufsverband annehmen, auf wenn die Englischkenntnisse noch nicht das Gelbe vom Ei sind.
  3. Aufbau der Englischkenntnisse planen (Sprachlernsoftware, Training, Kurse, Vokabeltrainer, Sprachreise usw.)

Ist der Sprung ins kalte Wasser sinnvoll?

Der obere Punkt 2, also die Aufgabe beim Berufsverband anzunehmen, ist natürlich die Voraussetzung für Punkt 1, den Nachfolger zu suchen. Wer nicht delegieren kann, schafft sich auch keine Zeit für Neues.

Das Argument, dass die Englischkenntnisse noch nicht gut genug seien, stimmt so nicht. Die Mitglieder des Berufsverbandes, die diesen oben erwähnten Unternehmer gebeten hatten, diese Aufgabe zu übernehmen, wissen wie es mit den Englischkenntnissen bestellt ist.

Tatsächlich ist es so, dass ein Großteil der Kommunikation in diesem Verband auf Deutsch abläuft. Es gibt viele internationale Mitglieder, die Deutsch sprechen. Ab einem gewissen Punkt läuft die Kommunikation dann auf Englisch ab. Die E-Mails und selbst die Telefonate lassen sich prima mit einem Sprachtrainer zusammen vorbereiten. Und Zeit zum Lernen ist ja reichlich vorhanden, während sich der neue Mitarbeiter über die Verantwortung freut und mit Vollgas den Umsatz steigert.

Erfolg in der Fremdsprache ist also planbar – auch ohne Glaskugel.

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Dipl. Übersetzer, MBA, Language-Coach, NLP-Master, Hypno-Coach Carsten hat als Übersetzungsmanager in über 25 Sprachen gearbeitet, von denen er mehrere fließend spricht. Seit 2010 ist er selbstständig als Language Coach tätig. Die aus der intensiven Ausbildung in neuro-linguistischem Programmieren (NLP) und Hypnose erworbenen Erkenntnisse machen Carstens Sprach-Coaching so effizient und erfolgreich.

Follow Carsten Peters:

%d Bloggern gefällt das: