Gebrabbel ist wichtig

Babys antworten uns mit Gebrabbel und wir dürfen lernen darauf zu antworten

Wenn wir unseren Babys etwas vorlesen, kommt oft eine Art Gebrabbel als Antwort. Und wir achten meist nicht darauf und lesen einfach weiter. Oder wir antworten womöglich noch mit demselben Gebrabbel, so als würden wir uns mit einem Hund oder mit einem Außerirdischen unterhalten.

Ob das richtig oder falsch ist – ja, woher soll man das wissen. Und genau dafür gibt es „Amerikanische Wissenschaftler“. Und so beginnt dieser Blogartikel auch mal wieder mit …

Amerikanische Wissenschafter haben in einer Studie herausgefunden, dass die Laute, die Babys von sich geben, während ihnen vorgelesen wird, ein wichtiger Schlüssel zur Sprachentwicklung sind.

Das war ein langer Satz mit 25 Wörtern. Babysätze sind deutlich kürzer. Sollte uns das nicht zu denken geben?

Die Studie

Die Studie ist gerade erst veröffentlich und gleich auf Medical Daily kommentiert worden. Demzufolge geht es um Mütter und wie sie mit ihren Babys sowohl beim Lesen als auch beim Spielen interagieren. Wieso eigentlich nur Mütter? Das geht uns Väter natürlich genauso an.

Die Babys haben beim Vorlesen mehr silben- und konsonanten-ähnliche Laute von sich gegeben als beim Spielen mit Puppen oder Spielzeug. Und das Kuriose an der Sache ist, dass auch die Mütter – und Väter vermutlich auch, hätte man sie in die Studio einbezogen –  haben beim Vorlesen mehr auf das Gebrabbel ihrer Babys reagiert.

Gemäß einer der Autoren, Julie Gros-Louis, geht es nicht nur darum, den Eltern zu sagen, sie sollten mehr vorlesen. Wenn wir verstehen, was während des Vorlesens passiert, können wir dadurch das Ergebnis verbessern.

Die Wissenschaftler haben insgesamt 34 Mütter und ihre Kinder während einer 10-minütigen Spiel- und Lesezeit beobachtet und die Laute transkribiert. Natürlich wurden Weinen, Husten und sonstige nicht sprachlich relevante Laute aus der Studie herausgenommen. Die Mütter haben außerdem oft die Laute ihrer Babys aufgegriffen und erweitert. So wurde aus einem „Ba“ dann ein „Ba-ba“ oder „Ball“.

Was hat das mit Fremdsprachen zu tun?

Sehr viel. Für das Baby ist es nicht wichtig, ob es sich um eine Muttersprache, eine Vatersprache oder um eine Fremdsprache handelt. Wenn ich mich als Mutter oder Vater dafür entscheide, meinem Baby nur englische Bücher vorzulesen, dann verankert das Baby die Sprache als „Mutter-oder-Vater-Vorlesesprache“. Dazu muss der Vater oder die Mutter nicht perfekt Englisch oder eine andere Sprache sprechen. Die einfachen Sätze aus Kinderbüchern kann man mit ein wenig Training schnell lernen. Man darf nur konsequent sein: immer dieselbe Sprache, immer derselbe Ort (z. B. auf der Bettkante) und immer dieselbe Tageszeit.

Bei Erwachsenen funktioniert das zwar nicht genauso aber ähnlich. Das Erwachsenengehirn ist nunmal etwas anders aufgebaut und den meisten Erwachsenen fällt es schwer Wörter und Sätze „nachzubrabbeln“. Ich habe es ausprobiert und mit ein wenig Methodik kann man durch Gebrabbel nicht nur die Aussprache, sondern auch das Sprachgefühl und das Vokabular enorm verbessern.

 

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Dipl. Übersetzer, MBA, Language-Coach, NLP-Master, Hypno-Coach Carsten hat als Übersetzungsmanager in über 25 Sprachen gearbeitet, von denen er mehrere fließend spricht. Seit 2010 ist er selbstständig als Language Coach tätig. Die aus der intensiven Ausbildung in neuro-linguistischem Programmieren (NLP) und Hypnose erworbenen Erkenntnisse machen Carstens Sprach-Coaching so effizient und erfolgreich.

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