Lerntyp – Was für einer bist du?

Wenn du wüsstest, was für ein Lerntyp du bist, was würdest du dann ändern?

Hinter dem Begriff Lerntyp steckt die These, dass jeder Mensch anders ist und damit auch anders lernt. Es gibt sehr viele Studien, wissenschaftliche Bücher und vieles mehr zu diesem Thema. Hier sind zwei Links: einer direkt zur Wikipedia und der andere zu Studis-Online, für alle diejenigen, die sich gern tiefer in das Thema einlesen möchten. Warum poste ich diese Links hier gleich am Anfang? Ganz einfach: weil ich diesem Thema wenig Bedeutung schenke. Na ja, aber immer noch genug, um einen Artikel darüber zu schreiben …

Wir haben 5 Sinne

Meine These ist wie immer sehr pragmatisch: Wir haben 5 Sinne und wir sollten möglichst alle Sinne zum Lernen einsetzen sollten. Idealerweise ist jemand mit jedem Sinn gleich stark. Man kann sich das in etwa so wie Muskeln vorstellen. Sind also meine Beinmuskeln gut durchtrainiert und meine Bauchmuskeln weniger, dann werde ich meinen Bauchmuskeln mehr Beachtung schenken. Und das natürlich ohne dabei die Beinmuskeln zu vernachlässigen. Letztendlich bewege ich mich durch das Zusammenspiel aller Muskeln.

Was bedeutet das nun für die Sinne? Die meisten Menschen haben bevorzugte Sinne. Sie können also zum Beispiel gut sehen und sich Dinge gut bildlich vorstellen. Oder sie haben ein gutes Gehör oder Gefühl. Wir alle setzen alle Sinne ein, nur eben den einen oder anderen mehr. So ergibt sich, was für ein Lerntyp man ist.

Der visuelle Typ

Nun ja, der visuelle Typ kann gut sehen. Damit kann er sich Dinge gut bildlich vorstellen. Das geht sehr schnell, denn das Gehirn arbeitet viel mit Bildern und kann diese in Bruchteilen von Sekunden erzeugen. Daraus ergibt sich wiederum, dass visuelle Lerner eine sehr schnelle Auffassungsgabe habe. Sie begreifen schnell, lernen schnell – sie sind einfach schneller. Leider hat das auch einen großen Nachteil. Ein visueller Lerner gaukelt sich selbst vor etwas verstanden zu haben, obwohl dem gar nicht so ist. Wie gesagt ist das Gehirn in der Lage schnell Bilder zu erzeugen, allerdings kann es diese Bilder auch genauso schnell wieder löschen. Visuelle Lerner haben also die Tendenz zu glauben etwas zu wissen und später stellen sie dann fest, dass sie es nicht mehr abrufen können.

Der auditive Typ

Das ist derjenige, der gut hören kann. Sie können mit dem gesprochenen Wort mehr anfangen als mit einer Zeichnung. Sprechen dauert länger als Bilder im Kopf zu erzeugen. Deshalb lernen auditive Lerner auch sehr langsam. Außerdem benötigen sie die Informationen möglichst in einer logischen Reihenfolge. Nicht ist schlimmer als einem auditiven Lerner zu sagen, dass er ein Kapitel überspringen soll um es dann am Schluss erst zu lesen. Auditive Lerner haben aber auch große Vorteile: Sie merken sich das, was sie lernen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein bevorzugt auditiver Lerner sich nicht nur den Inhalt merkt, sondern auch noch weiß, auf welcher Seite im Buch er diesen gelesen hat.

Der kinästhetische Typ

Laut Wikipedia ist Kinästhetik Bewegungsempfindung. Es hat also etwas mit Fühlen und Empfinden zu tun. Der kinästhetische Typ ist also einer, der alles anfassen und fühlen muss. Interessanterweise ist das, was man über das Gefühl lernt, auch das, was am längsten im Gedächtnis gespeichert wird. Allerdings dauert es auch am längsten. Gefühle können oft erst über auditive oder visuelle Signale entstehen. Damit ist der kinästhetische Sinn oft eine Umleitung oder ein Lernen über Bande.

Was mache ich mit meinem Lerntyp?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich könnte zum Beispiel das Thema komplett ignorieren und versuchen einfach möglichst immer alle Sinne gleichzeitig einzusetzen. Oder ich konzentriere mich auf meinen bevorzugten Sinn, über den ich schon immer am besten lernen konnte. Eine dritte Vorgehensweise ist sich ganz bewusst auf die schwächeren Sinne zu konzentrieren um diese somit zu stärken. Also ähnlich wie bei den Muskeln trainiere ich die schwächsten Muskeln am meisten, um nicht kurzfristig sondern mittel- bis langfristig die betten Erfolge zu erzielen.

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Carsten ist Dipl. Übersetzer, MBA, NLP-Master, Hypno-Coach und Google Certified Educator. Außerdem ist er überzeugter Polygott und arbeitet seit 2010 als Language Coach, Sprachtrainer und Blended Learning Consultant bei der Language Mining Company.

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