4 Schritte um eine neue Sprache zu lernen

Was braucht es wirklich um sich auf eine neue Sprache zu stürzen?

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich davon berichtet, wie ich eine neue Sprache beigebracht habe. Dabei ging es um Dänisch und wir haben sogar drei Episoden über das Thema gemacht. Ganz unten sind die Links dazu.

Jetzt ist es mal wieder soweit. Eine neue Sprache ist an der Reihe. Ich habe bereits begonnen und weiß noch gar nicht so genau, wo die Reise hingeht.

Schritt Nr. 0: Erst einmal aufräumen

Ich nenne diesen Schritt ganz bewusst Null, weil nicht jeder aufräumen muss. Da ich schon viele Sprachen gelernt habe und auch schon viele wieder verlernt habe, mache ich mir zunächst einen Plan darüber, was ich mit den vorhandenen Sprachen mache.

Das ist so ähnlich wie wenn man eine neue Sportart oder ein neues Musikinstrument lernen möchte: Was passiert mit der alten Sportart, mit dem bereits gelernten Instrument? Es wäre schade, wenn all das Üben „für die Katz“ gewesen wäre.

Aufräumen heißt für mich also mir Gedanken darüber machen, wie ich die neue Sprache unterbringe bzw. wie ich die vorhandenen Sprachen weiter pflegen kann.

Schritt Nr. 1: Informationen über die Sprache sammeln

Gehen wir mal davon aus, dass jemand die Entscheidung getroffen hat eine bestimmte Sprache zu erlernen, von der er noch nicht allzu viel weiß. Der erste Schritt ist das Kennenlernen. Der erste Kontakt. Einfach mal ausprobieren. Das könnte zum Beispiele eine Reise in das Land sein, in dem die Sprache gesprochen wird. Vielleicht reicht aber auch ein kurzer Sprachkurs oder man lernt Muttersprachler in der Gegend kennen.

Darüber hinaus mache ich mir noch gern einen Überblick, in dem ich die Wikipedia-Seite der Sprache lese. Hier ist zum Beispiel die Seite über Persisch. Da stehen dann Sätze wie dieser: Persisch wird von 60–70 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen und von weiteren 50 Millionen als Zweitsprache. Etwa 41 Millionen Muttersprachler leben im Iran, weitere 15 Millionen in Afghanistan und 15 Millionen in Zentralasien (vor allem in Tadschikistan und in Usbekistan). Weiter gibt es Informationen wie diese: Persisch wird seit der Islamisierung Persiens in arabischer Schrift geschrieben.

So kann man sich langsam in die Sprache einlesen und man lernt schon das eine oder andere Wort. Ich würde in dieser auch gezielt nach Blogartikeln suchen, in denen die größten Schwierigkeiten beim Lernen beschrieben werden. So könnte beim Beispiel Persisch die Schrift ein Thema sein, bei Chinesisch ist es vielleicht die Aussprache oder die große Anzahl an Zeichen, bei Finnish die vielen Fälle usw.

Schritt Nr. 2: Das Gefühl überprüfen

Noch ist nicht aller Tage Abend. Jetzt wo du also etwas über die Sprache weißt und auch schon das eine oder andere Wort gelernt hast, ist es an der Zeit dein Gefühl zu überprüfen. Fühl mal in dich rein. Willst du diese Sprache wirklich lernen?

Das ist in etwa so wie mit einer Berufsausbildung oder einem Studium. Man fängt nicht einfach mal an und bricht dann nach einigen Monaten wieder ab. (Na ja, es soll Menschen geben, die das tun. Ratsam ist es jedenfalls nicht.)

Wenn das Gefühl nicht stimmt, dann bitte abbrechen und etwas Zeit verstreichen lassen.

Schritt Nr. 3: Das richtige Tool oder Tools finden

Bei Dänisch war es so, dass ich bereits das Tool gefunden hatte. Ja, ist es nicht meistens so, dass wir zuerst zu dem Tool greifen, das wir kennen? Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Ist doch klar.

Und dennoch bin ich neugierig, was es so auf dem Markt gibt. Es gibt so viele neue Apps und Websites. Man kann natürlich nicht alles testen, und so würde ich jedem raten, erst das zu tun, was für eben dich am naheliegendsten ist. Was hast du bisher so getan, wenn du eine Sprache lernen wolltest oder gelernt hast? Ein Buch? Ein Sprachkurs? Eine Reise? Okay, dann mach erst einmal das, wenn es zeitlich und finanziell passt.

Schritt Nr. 4: Neues Ausprobieren

Wenn die altbewährten Tools funktioniert haben und die neue Sprache keine allzu großen Herausforderungen stellt, so mag dieser Schritt vielleicht nicht so wichtig erscheinen und doch würde ich nach neuen Tools suchen. Man findet immer etwas Neues, was auch oft sehr gut ist. Manchmal ersetzt ein neues Tool ein altes und manchmal ist es eine Ergänzung dazu.

Vor allem sollte man alte, bekannte Tools in Frage stellen, wenn die neue Sprache besondere Schwierigkeiten mit sich zu bringen scheint.

Hier sind meine 4 Schritte

Also, ich habe vor einigen Wochen damit geliebäugelt Persisch zu lernen. Ich hatte viel Kontakt zu Afghanen, die im Iran aufgewachsen waren. So habe ich die Sprache oft gehört und mich an den Klang gewöhnt. Und wenn einem der Klang einer Sprache nicht gefällt, dann sollte man sie auch nicht lernen.

Dann habe ich verschiedene Blogartikel und die Wikipedia-Seite gelesen. Außerdem gibt es ein Wikibuch mit 18 Lektionen zum Persisch lernen.

Und schon nach kurzer Zeit wusste ich, dass ich Persisch lernen wollte. Ich habe auch gemerkt, dass mich der Iran mehr interessiert als Afghanistan. Und so habe ich angefangen im Internet über den Iran zu recherchieren.

Bei den Tools musste ich mich zum Teil neu orientieren. Meine Lieblingstools gibt es zum Teil nicht für Persisch, und mir war am Anfang nicht ganz klar wie ich das neue Alphabet lernen sollte. Aber auch das Problem war dann schnell gelöst. Suchet und ihr werdet finden – ist es nicht immer so?

Hier sind also noch die Links zu meinem Selbstversuch mit der dänischen Sprache:

1 Fremdsprache in 5 Monaten – Teil 1: Der Selbstversuch

1 Fremdsprache in 5 Monaten – Teil 2: Theorie in Praxis umsetzen

1 Fremdsprache in 5 Monaten – Teil 3: Stolpersteine

 

Carsten Peters

About the Author

Carsten Peters

Dipl. Übersetzer, MBA, Language-Coach, NLP-Master, Hypno-Coach Carsten hat als Übersetzungsmanager in über 25 Sprachen gearbeitet, von denen er mehrere fließend spricht. Seit 2010 ist er selbstständig als Language Coach tätig. Die aus der intensiven Ausbildung in neuro-linguistischem Programmieren (NLP) und Hypnose erworbenen Erkenntnisse machen Carstens Sprach-Coaching so effizient und erfolgreich.

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